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Ist das schön?!

Der Podcast über die Kraft, die im Schönen steckt.

Episode #9 | 17. April 2026

Der Trick ist, keinen Trick zu haben

Elma Esrig über Präsenz als Lebenshaltung, Schönheit als das Hier und Jetzt und warum Casanova das alles ganz prima konnte.

Kann man Präsenz wollen? Oder verliert man sie genau dann, wenn man anfängt, sie herzustellen?

Elma Esrig würde sagen: Es kommt darauf an, wie man will. Es gibt ein Wollen, das blockiert. Und eines, das öffnet.

Sie ist Schauspielerin und Präsenztrainerin, aufgewachsen zwischen Bühnenproben und zehn verschiedenen Schulen. In dieser Episode sprechen wir darüber, was passiert, wenn Innen und Außen übereinstimmen. Warum Pferde ehrlicher spiegeln als die meisten Menschen im Raum. Und warum Casanova nie einen Trick hatte — und genau deshalb niemanden kalt ließ.

Im abschließenden Quiz gibt es am Ende eine Frage, bei der Elma nicht eine Sekunde zögert. Bei allen anderen schon, denn das Ja-oder-Nein-Format ist für jemanden, der in Nuancen denkt, eine echte Zumutung. Aber diese eine Frage: sofort. Aus vollem Herzen. Welche das ist? Sei neugierig!

Elma Esrig

Elma Esrig arbeitete nach ihrem Studium der Philosophie und der Ausbildung zur Theaterregie als Schauspieldozentin, Präsenztrainerin für Schauspieler und ist heute Beraterin und Trainerin für Auftreten, Vortragen und Präsentieren bei „wissen macht wirkung“.

Ihr Ansatz ist die dreifache Präsenz (körperlich, geistig, sprachlich), die sie in ihren Trainings methodisch mit ihren Klienten umsetzt. Weil sie davon überzeugt ist: Wirkung ist kein Zufall. Präsenz ist kein Talent. Beides ist erlernbar.

Website: http://www.wissen-macht-wirkung.com

LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/elma-esrig-training

E-Mail: elma@wissen-macht-wirkung.com

Transkript

 

Jana Schlosser: Es gibt Menschen, die betreten einen Raum und alle merken es. Und zwar nicht, weil diejenigen laut sind, sondern weil sie da sind. Die Frau, die ich heute mitgebracht habe, weiß, wie das geht. Sie kommt aus dem Theater, hat Philosophie studiert und bringt seit 30 Jahren Menschen auf die Bühne, die aus Holz und Scheinwerfern, aber inzwischen auch die, die entsteht, sobald jemand im Meeting das Mikrofon anmacht, vor einer Gruppe das Wort ergreift. Sie nennt das, was sie macht, Präsenz, Präsenztraining und ich nenne es aber vielleicht Schönheit, also die Präsenz. Was davon jetzt stimmt, das finden wir gemeinsam heraus. Ich freue mich sehr, liebe Elma Esrig, dass du heute hier zu Gast bist. Herzlich willkommen!

Elma Esrig: Vielen Dank, Jana. Ich freue mich sehr, genau bei dir zu sein.

Jana Schlosser: Und da fange ich doch auch ganz klassisch an: Präsenz, Präsenztraining. Was machst du denn genau, wenn du mit jemandem arbeitest? Was passiert in so einer Session?

Elma Esrig: Es kommt tatsächlich darauf an, ob wir uns auf sprachliche Präsenz oder auf die rein körperliche Präsenz konzentrieren möchten. Die körperliche Präsenz arbeite ich ohne Sprache, also ohne dass derjenige seine Sprache verwendet, weil es so ein bisschen ist wie wenn man die Augen schließt, etwas besser zu hören oder besser schmecken zu können.

In dem Moment, wo wir die Worte weglassen, beginnt der Körper von sich aus viel stärker, den Ausdruck zu suchen. Deswegen arbeiten wir dort, also ich rede natürlich und derjenige fragt Dinge, aber in dem Moment, wo es den Ausdruck geht, arbeiten wir an der körperlichen Präsenz. Vielleicht dazu als erstes. Es geht um die Frage, wie wir unseren Körper, ich muss fast ein bisschen sagen, wieder befähigen, auszudrücken, was in uns vorgeht. Damit meine ich aber nicht nur Emotionen, sondern auch gedankliche, geistige Zusammenhänge, letztendlich auch so etwas wie Absicht. Wie der Körper das stimmig zum Ausdruck bringt, stimmig, so dass andere es erleben können.

Aber noch ein Schritt weiter, wie er das faszinierend zum Ausdruck bringt, sodass andere das nicht nur erleben, sondern davon ergriffen sind, in Resonanz gehen, mit angehaltenem Atem verfolgen, was dieser Körper als nächstes tun, ausdrücken, bewegen wird. Das ist die körperliche Seite der Präsenz und dafür gibt es ja

Jana Schlosser: Darf ich da kurz einhaken,

was mir gerade dabei so auffällt? Jetzt wo du das sagst, im Grunde genommen, kann ich mir vorstellen, dass das, was du hervorholst in dem Training, etwas ist, was ja ganz natürlicherweise eigentlich da ist. Weil wenn ich zum Beispiel erschrecke, weil die Katze plötzlich auf den Tisch springt, dann reagiere ich ja mit meinem ganzen Körper. Also ich jedenfalls. Ich erschrecke schnell mal. Und du hast sozusagen dann die Aufgabe, weil Menschen so, ja, doch so ein bisschen steif werden, wenn sie in die Öffentlichkeit gehen, wenn sie nicht mehr nur für sich einfach so da sind, sondern wenn sie in die Öffentlichkeit gehen und dann scheinbar vergessen, wie ihr Körper an sich alles doch von ganz alleine transportiert, oder? 

Elma Esrig: Ja, und sie erlauben es ihm nicht mehr. Die Sache ist ja, die, sobald wir vor Fremden öffentlich auftreten, bestimmt unser ganzes Dasein die Kontrolle über diesen Körper. Er könnte ja zum Verräter werden, im negativen Sinn. Und Dinge zeigen, von denen wir uns vorstellen, dass wir die absolut nicht brauchen können. Dem möchte ich widersprechen. Wir sind der Situation gewahr.

Wir werden da nicht ausfallend werden und aus der Rolle fallen, aber wir können die Rolle anders definieren, sodass ein echter Ausdruck erlaubt ist. 

Jana Schlosser: Und jetzt hast du ja gesagt, neben der körperlichen Präsenz gibt es da ja auch noch andere Ebenen.

Elma Esrig: Es gibt hinter jeder Ebene, also der körperlichen, wie der sprachlichen, das ist die andere Seite, steht immer die geistige Präsenz. Das ist die Trinität. Die geistige Präsenz unterfüttert beide.

Auf der anderen Seite aber, zunächst einmal in der vorderen Reihe, steht die sprachliche Präsenz. Denn wenn wir vor anderen auftreten, scheint es nur zwei Möglichkeiten zu geben. Entweder wir sind massiv gut vorbereitet, haben ein Skript, was ich sehr befürworten würde, aber dann werden wir zum Lautsprecher dieser Vorbereitung. Das heißt, unsere Sprache dient nur dazu, das vor andere zu tragen und dann ist das eben ein Vortrag.

Oder wir sprechen angeblich frei, angeblich in dem Sinne, dass wir eben nicht vorbereitet sind, keine Struktur, keinen roten Faden, keine Formulierungen haben, von denen wir das Gefühl haben, dass sie uns wirklich zum Ausdruck bringen, uns und unser Anliegen. Nun ja, und dann entsteht sehr oft keine Relevanz für fremde Menschen. Dann mögen uns Bekannte und Freunde, die uns schon sowieso ganz gut verstehen, gerne zuhören. Aber fremde Leute, die auch ein Anrecht auf ihr Fremdsein und ihr Anderssein haben, erreiche ich damit schwer. Das heißt, ich arbeite tatsächlich auch daran, dass sich vorbereitetes Sprechen frei anfühlt, frei anhört, obwohl im Hintergrund eine Dramaturgie und eine Inszenierung steckt.

Jana Schlosser: Inszenierung ist ja nun ein Wort aus dem Theater. Du kommst ursprünglich aus dem Theater. ja, das hat sich jetzt auch aufs Online-Business weiter übertragen. Woran erkennst du eigentlich, ob jemand tatsächlich präsent ist oder eben nicht?

Elma Esrig: Also, ich habe keine Checkliste, wo ich sage, die drei Punkte sind erfüllt, ein Vierter vielleicht nicht. Ich glaube, wir alle haben ein eingebautes Empfangsorgan dafür. Letztendlich erzeugt Präsenz in anderen Resonanz, in gesteigerter Form Faszination. Wenn ich in diese Resonanz gehe, dann deswegen, weil der andere präsent war. Mit einer nicht präsenten Person kann ich nicht, denn ich bin ja im Jetzt. Ich höre ja die Dinge und sehe denjenigen jetzt agieren. Wenn das nicht auch tatsächlich im Jetzt geschieht, sondern nur transportiert ist aus einer Vorbereitung heraus, dann kann ich im Jetzt nicht in Resonanz gehen. Ich glaube unser Resonanzempfinden, das, wenn es extrem stark wird und extrem gut gemacht ist oder eben auch die Themen und die Person uns auch noch auf emotionaler Ebene anspricht, dann auch sogar bis hin zur Faszination geht. Das ist unser Richtmaß dafür, dass wir jemanden als präsent empfunden haben.

Jana Schlosser: Man kennt das ja auch aus Veranstaltungen, wo man mit offenem Mund so fast jemandem entgegen geht, weil er spricht. Also ich finde, das ist so auch eine körperliche gegenseitige Reaktion. Ich meine, in einem Zoom-Meeting, weiß ich nicht, ob ich das auch am Computer mache, keine Ahnung. Ich merke das ja oft gar nicht, ob ich jetzt jemandem so intensiv folge.

Das ist eine interessante Frage, wenn ich die mal dazwischen hängen darf. Wenn ich so ganz intensiv in einem Gespräch oder in einem Vortrag drin bin oder so, dann bin ich ja auch total präsent. Wirkt sich das gegenseitig aus?

Elma Esrig: Ja, also Präsenz ist meines Erachtens der anziehendste Faktor zwischen Menschen. Es ist wirklich das, was den anderen anzieht. Ich weiß nicht, ob ich da von einer Schwingung sprechen soll, einer wirklich physikalischen Schwingung, die sich überträgt.

Der genaue Ablauf, wie das geschieht, ist, glaube ich, auch ein bisschen von der Weltsicht abhängig. In welcher Weltsicht man das deuten möchte. Ich höre manchmal tatsächlich von Schwingungen, von Energiefeldern. Ich lasse alles gelten. Ich selber brauche diese Erklärung aus einem bestimmten Weltbild heraus nicht. Mir geht es um die Frage, was es ist und dann auch die manchmal etwas befremdende Frage für andere, kann man das machen. Weil da entstehen natürlich auch Einwandmöglichkeiten. Ist es denn noch echt, wenn ich es mache? Was heißt dann machen oder wird es zur Manipulation? Hier sind wir im ganz kritischen Bereich, den ich aber aufmachen möchte mit Absicht, weil Schauspieler ursprünglich, aber ich meine jeder Mensch, der etwas bewirken will für andere, durch andere, mit anderen, versucht es zu machen. Denn wir wollen etwas erreichen und wir wissen, wir werden es nicht erreichen, nur damit, dass wir unsere Absicht und unsere Argumente auskippen.

Wir müssen die anderen gewinnen. Und das ist eine Frage der Präsenz.

Jana Schlosser: Ich habe auf deiner Website auch gelesen, du sprichst dort auch von Kongruent oder auch der unsichtbaren Geste und da war mir natürlich sofort die Frage, nein nicht die Frage, sondern der Gedanken durch den Kopf gegangen: Ja, aber das ist doch für mich Schönheit. Das, was du mit diesen Dingen beschreibst, das ist für mich total Schönheit. Siehst du das auch so?

Elma Esrig: Ich finde diesen Begriff schön, weil ich das Gefühl habe, dass er bei dir eine enorme Ausweitung erfährt und eine Auffüllung.

Weil du diesen Begriff aus der Klischeeecke rettest und ihm einen großen Inhalt gibst, einen echten Inhalt, über den man diskutieren kann. Es gibt ja diesen Ausdruck, über Schönheit lässt sich nicht streiten oder lässt sich eben streiten, weil jeder was anderes darunter versteht. Und damit ist die Diskussion eigentlich beendet, weil jeder hat seinen eigenen Schönheitsbegriff und Schönheitsgefühl, wohingegen ich bei dir eine klare Linie sehe,

Schönheit wirklich inhaltlich zu besprechen und aufzufüllen mit Dingen, über die wir dennoch uns austauschen können. Ja, ich glaube, weil du die Kongruenz erwähnst. Die Kongruenz zwischen innen und außen, also zwischen meiner Persönlichkeit, was mir gedanklich durch den Kopf geht, dem, was ich empfinde, meinen Absichten und allem, was dann sichtbar wird in meinem Gesicht, in meinen Händen, in meinem gesamten Körper, sicht- und erlebbar wird. Wenn das zusammen stimmt, dann haben wir, glaube ich, echt wesentliches Merkmal von dem, was zumindest ich unter Schönheit verstehe. Ein tiefes Zusammenstimmen von innen und außen.

Jana Schlosser: Absolut.

Genau, so empfinde ich das nämlich auch, wenn das Innere und das Äußere kongruent sind, dann ist das einfach schön, mit meinen Worten zu sprechen. Komme ich mal auf deine Herkunft. Du hast eine sehr interessante Biografie.

Also Theater, Rumänien, Vater, 10 Schulen. 10 Schulen? Paris, Aktmodell, Philosophiestudium. Also ein Leben absolut voller Präsenzmomente, möchte ich behaupten. Und da du auf 10 Schulen gewesen bist und

Elma Esrig: Nicht nur ein Lebenslauf.

10 Schulen!

Jana Schlosser: Wenn sich Orte und Menschen ständig gewechselt haben. Was macht das mit einem Menschen oder in dem Fall halt mit dir? Was hat das mit dir gemacht? Was hat es dich gelehrt? Was Präsenz bedeutet?

Elma Esrig: Du kannst dir natürlich vorstellen, dass bei so vielen Schulwechseln, bis man endlich Abitur machen darf auf einer Schule, fällt natürlich alles in eine Zeit, in der man nicht den Ort und die Menschen wechseln will. Es war jedes Mal eine kleine Entwurzelung, alle zwei, einmal war ich vier Jahre an einer Schule, das war das längste, was ich je erlebt habe. Meistens war es ein halbes Jahr, ein Jahr, zwei Jahre, das war so der Standard.

Man lernt, und dafür bin ich im Nachhinein dann doch dankbar, damit umzugehen, wer man ist und was man anderen davon zeigt. Denn die erste Reaktion, auf die sie jeweils immer entwurzelt werden, ist natürlich, sich zu verstecken in der neuen Situation, sich anzupassen, sich zurückzuziehen, nichts zu zeigen, nicht anzuecken. Man ist immer die Neue.

In meiner Zeit war es auch noch so, dass ich jedes Mal nach vorne kommen musste zur Lehrerin, mich der Klasse vorzustellen. Ich stand dann da auch ganz alleine vorne mit der Lehrerin. Also man war irgendwie einerseits ausgestellt wie auf einer Bühne, weil sich die ganze Aufmerksamkeit auf die Neue richtete innerhalb eines Klassenverbandes, der schon gewachsen war. Man war immer anders, weil ich meistens, manchmal kam ich aus einem anderen Land, zumindest aus einer anderen Stadt, in der man anders gesprochen hat. Man hörte, dass ich einen anderen Dialekt habe oder Stimmfärbung. Dialekte habe ich nie wirklich angenommen, aber Stimmfärbung schon. Ich hatte andere Kleidung an, nicht die, die in diesem Klassenverband angesagt ist. Also nach der ersten unmittelbaren Reaktion sich zu verstecken, habe ich dann angefangen in eine Gegenreaktion, in die Offensive zu gehen und kämpferisch und für und dagegen zu sein und alle zu hassen. Später habe ich nach und nach, ohne das aktiv zu suchen, den Weg gefunden, zu dem zu stehen, wer ich bin. Das war aber kein wirklicher Entschluss. Das klingt so durchdacht oder so klug. Die anderen Wege haben sich als doof herausgestellt, sagen wir es mal so. Es bleibt dann der Weg übrig, irgendwann, diejenige zu sein, die man ist, offen zu bleiben für das, was einem begegnet. Das ist eigentlich das Schwierigste, sich selber zu öffnen und den anderen Zugang dazu zu geben und zu sehen, wie die Dinge ihren Lauf nehmen.

Jana Schlosser: Ich kann mir vorstellen, dass das eine durchaus sehr schwierige Situation war. Es hört sich ein bisschen so an, als wäre es am Ende sogar ein Glück gewesen, dass du so oft gewechselt hast, weil es natürlich auch eine gewisse Übung mit sich bringt, sich dann auch zu präsentieren. Und es klingt nach einem großen Glück, dass du es geschafft hast, dich nicht in dich selbst hinein zurückzuziehen, sondern offen zu bleiben für das Neue, für das, was kommt, für die anderen Kinder, anderen Menschen, anderen Gepflogenheiten.

Dein Vater, oder sagen wir mal so, du stammst aus einer Familie der Theaterleute. Dein Vater war Regisseur, das habe ich gelesen.

Ich kann mir vorstellen, dass du innerhalb deiner Familie halt auch gelernt hast, na ja, wie Theaterleute damit umgehen. Theaterleute haben ja so bisschen eine andere Art aufzutreten. Hast du das Gefühl, du hast von deinem Vater etwas gelernt, ohne dass er es dir erklärt hat?

Elma Esrig: Ja, ich habe dann doch das eine beibehalten. Ich war schon als kleines Kind und habe das zeitlebens beibehalten, bis ich anfing zu studieren, dann wurde es weniger, immer auf Proben. Das heißt, was er mir beigebracht hat, ist eine unglaublich suggestive Art mit Schauspielern umzugehen, wobei ich zögere, sie Schauspieler zu nennen. Zunächst einmal würde ich sagen mit Menschen umzugehen, so dass sie auf ihre Weise in seine Absicht einschwenken. Das ist natürlich, was ein Regisseur braucht. Er braucht nicht einfach, okay, dann mache ich das halt oder ein äußerliches zustimmen, sondern er, man könnte es krass sagen, er braucht die Seele des anderen. Der andere muss wirklich mit ganzer Seele seinem Vorschlag beibpflichten und ihn wirklich versuchen, mit allem was er hat, mit allem was er ist. Das ist eine große Öffnung auch von Seiten des anderen. Und hier gilt es sowohl Verführungskraft als auch Vertrauen, als auch Respekt herzustellen. Und das konnte er wirklich fantastisch gut. Die Schauspieler haben sich immer enorm anvertraut. Denn eine Regieanweisung, so heißen die Dinger ja, die funktionieren nur, wenn der andere sie in sich spürt. Ich kann auf dem Theater keine Anweisungen nur äußerlich befolgen. Denn man sieht es und man sagt, ja, das ist nicht das, was ich wollte. Ich wollte, dass du dasselbe willst wie ich. Ich wollte nicht, dass du es nur machst. Ich wollte, dass du es willst.

Jana Schlosser: Das ist super interessant, weil ich mir genau die Frage gestellt habe, kann man denn Präsenz wirklich aktiv wollen oder verliert man sie unter Umständen sogar genau deshalb, weil man sie so anstrebt?

Elma Esrig: Wollen ist ein ganz schwieriges Wort. Wir können auf sehr unterschiedliche Arten und Weisen wollen. Es gibt einen Willen, der den wichtigen Dingen im Wege steht und der uns blockiert und der die Dinge eng macht und reduziert auf etwas Vorstellbares im engeren Sinn – auf etwas Logisches, etwas Realistisches. Ja, wir wollen nichts Unrealistisches wollen, weil, wo führt uns das denn hin? Es gibt aber so etwas wie eine Absicht. Die Absicht kann durchaus offen sein. Ich glaube, wir wollen uns als präsente Wesen erleben und wir wollen für andere diese Präsenz wieder gewinnen und weiter entfalten. Mit diesem Wollen muss man nur vorsichtig sein, wie es sich auslebt im Training, so dass es dem Ergebnis nicht im Wege steht. Es ist ein sehr entspanntes, sehr offenes Wollen, das bereit ist, sich mit sich und der Umgebung auch und auch mit seinen eigenen Gedanken und dem Publikum auseinanderzusetzen und offen bleibt.

Jana Schlosser: Ich liebe in diesem Zusammenhang ja das Wörtchen Neugier. Also das braucht es, glaube ich, immer. Ich glaube, dass Neugier ein guter, ein gutes Mittel dafür ist, offen zu sein. Also als Werkzeug regelrecht? 

Elma Esrig: Ja. Natürlich, braucht eine Art Energie, die mich von dem, wo ich jetzt stehe, zu neuen Wegen führt. Und diese Energie können wir wollen nennen, wir können sie Absicht nennen, wir können sie Neugier nennen. Aber es braucht diesen Energieschub, weiterzukommen, woanders hin.

Jana Schlosser: Jetzt schwenke ich mal wieder auf mein Thema und die Schönheit. Und zwar ist mir die Frage gekommen, was denn der Unterschied sein könnte zwischen jemandem, der schön wirken will, also in seiner Außenwirkung, schön wirken will und jemandem, der eben einfach da ist, ohne diese Frage: Bin ich jetzt schön? Werde ich jetzt genauso wahrgenommen, wie ich das möchte? Schönheit, die sich also anstrengt. Verliert die sich?

Elma Esrig: Ja, ich glaube, Präsenz, so wie ich sie verstehe, schlägt jedes Wirkungsbewusstsein. Wirkungsbewusstsein und Wirkungswille. Denn in der Präsenz geht es mir, und das ist ein interessanter Gedanke für eine Präsenztrainerin, geht es mir nur indirekt um die Wirkung. In erster Linie geht es mir darum, die Präsenz zu erreichen, den Zustand, in dem ich innerlich und äußerlich kongruent bin und im Hier und Jetzt, in dieser Situation vollauf da bin. Dass das wirkt, ist der wunderbarste Kollateralnutzen, den man sich vorstellen kann. Aber es ist nicht das, was ich bezwecken will. Denn wie gesagt, in dem Moment, wo wir anfangen, Bewusstsein für die Wirkung hinzuzunehmen, entsteht auch so etwas wie Kontrolle.

Wir kennen die ganzen Trainer, die uns Tipps geben, was wir mit diesen verfluchten Händen machen sollen, die immer irgendwo rumschwirren und nicht gesettelt genug am Körper bleiben. Wie sollen wir uns hinstellen? Wie genau soll die Stimme klingen? Das alles mache ich nicht. Ich wähle den Weg, dass ich denjenigen befähige, Kontrolle und Bewusstsein für Wirkung wegzulassen. Da geht es nicht um Coaching und Mindset, sondern welche Techniken befähigen den Körper erneut und auch unseren Kopf im Übrigen, den muss man ja auch in den Griff kriegen, dieses Hier und Jetzt wirklich zu meistern. Das ist ja eine lebenslange Aufgabe. Mit Techniken sind wir einfach ein bisschen besser auf dem Weg dahin.

Jana Schlosser: Ja, das klingt total spannend. Finde ich richtig gut. Übrigens ist das sehr lustig, weil es ja diese Trinität, Körper, Geist und Sprache, ist. Und jetzt hattest du gerade von der Präsenz gesprochen und meine Einladung an dich in meinen Podcast war etwas lustig formuliert: Lass uns über das Präsens sprechen oder auch über das Futur oder das Plusquamperfekt. Das war natürlich ein bisschen ein Witz, aber am Ende geht es doch genau darum: im Hier und Jetzt zu sein und das Hier und Jetzt ist das Präsens, ist die Jetztform, das was gerade ist. Ich finde, dass das mit der Sprache auch total kongruent ist.

Elma Esrig: Ich glaube auch, dass das etwas ist, was die Schönheit bewirkt. Sie holt uns ins Jetzt und hält uns im Jetzt. In dem Moment, wo ich Schönheit erlebe, denke ich nicht, gut, aber morgen müsste ich noch. Und ach, wie war denn das gestern? Ich bin da. Zusammen mit diesem Erlebnis. Und solange ich es erlebe.

Jana Schlosser: Ja, was für ein schöner Satz.

Du hattest auch noch ein anderes Wort gesagt, wo ich gerade ganz hellhörig geworden bin und zwar: verzweckt. Also, ich bezwecke eine bestimmte Wirkung und dass das nicht funktioniert. Und dabei ist mir eingefallen, was ich in einem Buch von Johannes Hartel gelesen habe, über die unverzweckte Schönheit. Und das ist, glaube ich, genau das, wonach ich erforsche. Also was meinen Schönheitsbegriff überhaupt prägt: das große Ganze der Schönheit ohne ihr einen Zweck zu unterstellen, sondern, wie du auch gerade sagtest, sie einfach wahrzunehmen, weil sie ist ja da. Im Präsenz.

Elma Esrig: Ganz genau. Das Verrückte ist natürlich, ich bin mir dieser Diskrepanz bewusst, vielleicht ist es eher eine Dialektik als eine Diskrepanz, dass ich natürlich als Präsenztrainerin mit Menschen zu tun habe, die zu Recht und berechtigter Weise diese Präsenz wollen für ihre Wirkung, für bestimmte Zwecke, die bis dahin gehen, dass sie jemanden überzeugen wollen, ihr Angebot zu kaufen. Also ganz profane Zwecke, wenn man so möchte. Dennoch ist jeder bereit anzuerkennen und zu sehen, dass es Wirkungen gibt, die wir nur indirekt ansehen können. Die in dem Moment, wo wir sie direkt hervorbringen wollen, sich uns in ihrem vollen Ausmaß entziehen. Ich versuche da immer dieses, ja vielleicht etwas, weithergeholt, aber vielleicht auch nicht Beispiel, mit dem berühmten Casanova, der wohl angeblich gesagt hat, er hat deswegen so viel Frauen verführen können, weil er immer verliebt war. Also er hat es nicht getan, er hat so nicht einmal sich selbst in den Zustand gebracht, verliebt zu sein. Und das hat schon bewirkt, dass sich die Frauen verliebten. Also sein ganzer Trick bestand darin, dass er keinen Trick hatte.

Jana Schlosser: Ach herrlich, ein schönes Beispiel. Du arbeitest ja am Theater mit Studenten, aber du arbeitest inzwischen auch mit Menschen, die nicht wirklich in ihrem Alltag jetzt über Schönheit oder so nachdenken, sondern aufgrund unserer technischen Entwicklung plötzlich anders präsent sein müssen.

Also Ärzte, Führungskräfte, Wissenschaftler etc. online Vorträge hält, beziehungsweise etwas präsentieren muss und so weiter. Kannst du das beschreiben, was sich verändert, wenn sie anfangen, präsent zu werden?

Hast du da Beobachtungen gemacht?

Elma Esrig: Das Erste, was sich verändert, ist, sie lassen viel mehr von sich zu, dass das eine Rolle spielt in dem, was sie tun. Als öffnen sie diesen strengen Bereich des beruflichen oder des wissenschaftlichen oder des öffentlichen Auftretens für ihre Person, nicht indem sie privat werden. Das ist ein ganz natürlicher Vorgang, dass wir anders sind mit Fremden als mit unseren Kindern, mit unserem Partner. Diese Verwechslung passiert uns nicht. Diese Befürchtung ist regelrecht absurd aus meiner Sicht. Aber sie werden wieder befeuert von dem, wie sie die Welt sehen, wie sie ihr Thema sehen. Welche Ziele sie damit verfolgen. Hinter den Finanziellen und so weiter stehen immer auch andere Ziele.

Das Finanzielle ist ein wichtiges. Menschen wollen von dem, was sie beglückt auch leben dürfen. Natürlich. Aber es ist doch ein Folgeziel davon, dass mich dieses Thema, dass mich dieser Beruf, dieser wissenschaftliche Zweig ursprünglich interessiert hat, mich fasziniert hat und ich Jahre verwendet habe, darin gut zu werden. Und jetzt gibt es natürlich am Ende auch auch ein finanzielles Interesse, aber das ist eine Folgeerscheinung. Und dieser ganze Hinterbau, den zurückzuhalten, weil der angeblich hier nicht reingehört, ist genau der Moment, aus der Sache ihre Kraft und ihre Schönheit zu nehmen. Also sie lassen es wieder zu und das ist das Erste, was passiert.

Jana Schlosser: Total interessant, weil ich glaube, was du meinst ist halt, dass man, obwohl es dieses Offizielle hat am Computer, in der Öffentlichkeit hat man die Möglichkeit, wenn man sich darauf einlässt, persönlicher zu werden und dann natürlich auch nahbarer zu werden. Ich denke, die Nahbarkeit, die Persönlichkeit, also zeigen, wofür ich brenne oder was mich ausmacht oder was ich wirklich will, das wirkt natürlich sofort auf die Präsenz.

Elma Esrig: Natürlich, und vor dem Zeigen steht das Selber Erleben. Das muss man zunächst zulassen, damit es überhaupt zeigbar ist.

Jana Schlosser: Genau und da komme ich natürlich auf eine ganz wunderbare Frage gleich, wenn du sagst, selber erleben: Gibt es einen Moment, an den du dich erinnerst, in dem du dachtest, das ist es, das ist das, warum ich genau das mache? Wofür ich das mache? Also diese Arbeit.

Elma Esrig: Ich kann mich an den ersten Moment erinnern, als ich auf das Wort Präsenz gestoßen bin. Das war sehr, sehr früh. Das hat mich immer weiterverfolgt und ist immer wieder aufgeploppt, egal in welche Richtung ich mich danach bewegte. Ich war, glaube vielleicht so acht, neun, zehn Jahre alt ungefähr und war auf einer Durchlaufprobe, also am Theater, das heißt, wo nicht mehr unterbrochen wird, sondern eine erste Hauptprobe oder zweite Hauptprobe muss das gewesen sein. Und es gab da ein, zwei Schauspieler, als sie die Bühne betraten, war ich sofort bei ihnen. Egal was die anderen, die auch noch auf der Bühne waren, gemacht haben. Ich habe diese Menschen in den Blick genommen und verfolgt und erwartet, was dann passiert. Und nach der Probe habe ich meinen Vater gefragt, ob diese zwei, die mir da so besonders aufgefallen sind, ob die dann also besonders begabt sind. Ich habe das so gesehen, eine außergewöhnliche Begabung, die sich dann so äußert. Da hat er gesagt, Begabung ist etwas anderes. Was du gesehen hast, das ist Präsenz. Jemand taucht auf und ich glaube, dass er bedeutsam ist für mich. Ich erwarte etwas von ihm. Er hat noch nicht mal was gesagt. Hat keinen Stuhl zerschmettert. Hat keine Frau geküsst. Ich erwarte etwas von ihm. Ich warte darauf, dass etwas passiert, was noch mehr mit mir zu tun hat als jetzt schon. Diese Erwartung wecken, dieses sofort wissen, das hat etwas mit mir zu tun, das nannte er Präsenz. Und der Unterschied ist zur Begabung. Die etwas mit der Fiktionalität der Figur und der Situation zu tun hat und so weiter. Das ist ein spezielles Thema. Das betrifft Vortragende überhaupt nicht. Aber dass Präsenz davon unterschieden ist und dass sie uns in eine Verbindung schickt zu dieser Person, die anders ist als jede andere Verbindung. Die Person war noch nicht nett zu mir. Sie hat nichts für mich getan. Ja, ich existiere für sie ja gar nicht einmal. Sie sieht mich nicht im fernen Zuschauerraum. Diese eigenartige Verbindung fing da an und hat sich im Laufe der danach folgenden 45, 48 Jahre entwickelt.

Jana Schlosser: Ich kann das so gut nachvollziehen. Ja, die Theaterbühne. Ich finde, das war jetzt gerade eine sehr, schöne Zusammenfassung. Auch gerade bezogen auf dich und deine Arbeit. Ich habe in meinem Podcast immer noch ein kleines Spiel, bevor ich meine Gäste wieder aus dem Gespräch entlasse. Also was heißt Spiel? Ich habe ein Quiz, das sind 12 Fragen, die sind auf dich ausgerichtet. Jeder kriegt andere Fragen gestellt und ich werde sie nicht wissenschaftlich und akademisch auswerten, sondern sie sind purer Neugier geschuldet und weil ich immer finde, dass man sich nochmal ein kleines bisschen näher kennenlernt.

Die würde ich dir jetzt gerne mal stellen. Das Einzige ist, du darfst nur mit Ja und Nein antworten. Es gibt keinen dazwischen.

Elma Esrig: Okay, ich bin gespannt, ich freue mich.

Jana Schlosser: Na dann, lass uns starten.

  • Ist ein Lehrer-Theater-Saal schön? –> Ja.
  • Ist Stille auf der Bühne schöner als Applaus? –> Ja.
  • Ist Kongruenz schön? –> Absolut, ja.
  • Ist es schön, jemanden zu unterbrechen? –> Nein.
  • Ist ein Pferd schöner als ein Mensch? –> Nein.
  • Ist Bukarest schön? –> Ja.
  • Ist es schön, in 10 verschiedenen Schulen gewesen zu sein? –> Ja.
  • Ist ein Zoom-Meeting schön? –> Nein.
  • Findest du es schön, wenn jemand vor dem Publikum weint? –> Ja.
  • Empfindest du Scheitern als Schön? –> Ja.
  • Ist es schön, wenn jemand zu viel erklärt? –> Nein.
  • Ist Schweigen eine Form von Präsenz? –> Ja.
  • Oh, ich sehe gerade, ich habe eine Zusatzfrage, eine 13. Frage, die mir aber sehr wichtig ist: Ist es schön, sich nicht zurückzunehmen? –> Ja.

Das habe ich tatsächlich als Antwort erwartet. Das finde ich nämlich auch.

Elma Esrig: Das war auch vielleicht das klarste Ja, das ich geben konnte von allen. Das waren spannende Fragen und die Auflage nur Ja oder Nein zu sagen war wirklich hart. So richtig aus vollem Herzen, uneingeschränkt Ja, ohne nachzudenken. Das war die Dreizehnte.

Jana Schlosser: Ich weiß, dass das herausfordernd ist. Gerade deshalb finde ich es so spannend, mal ohne Erklärungen zu entscheiden.

Ich komme zum Schluss, aber was mir jetzt gerade bei den Fragen aufgefallen ist, es ist ja auch eine Frage dabei, und zwar: Ist ein Pferd schöner als ein Mensch? und darüber haben wir uns gar nicht unterhalten.

Du lässt dich in deiner Arbeit auch gerne mal unterstützen. Und zwar sind Pferde ein Teil deines Präsenztrainings vor Ort. Erzähl doch nochmal oder gib mal noch mal einen kurzen Einblick in diese Arbeit. Was tun die Pferde, die ja eigentlich Fluchttiere sind, in deiner Arbeit?

Elma Esrig: Gerade weil sie Fluchttiere sind, haben Pferde etwas sehr interessantes an sich. Sie lesen unsere Energie. Mit Energie meine ich nichts Esoterisches, sondern aufgrund der Körperspannung, die wir besitzen und wo genau diese Körperspannung sich befindet. Wir haben ja nun einen relativ großen Körper, können die Spannung an verschiedenen Stellen aufbauen, bringen sie zurecht, diese Körperspannung, mit Absichten und auch mit unseren Absichten in Beziehungen und mit unserer Art und Weise, uns sicher zu fühlen oder nicht sicher zu fühlen, aber im Großen und Ganzen mit unseren Absichten. Das heißt, die Pferde lesen aus unserer Körperspannung heraus unsere Absichten. Nun geht es in meinen Präsenztrainings genau darum, den Körper zu befähigen, uns auszudrücken und zwar nicht – ich bin keine Gestentrainerin, schon gar keine Mimiktrainerin – sondern der ursprünglichste Ausdruck, der hinter jedem bewegten Ausdruck steht, ist eine Körperspannungsveränderung. Das nenne ich auch die unsichtbare Geste. Du hattest es vorhin kurz angesprochen. Auf diese unsichtbare Geste reagieren Pferde enorm. Diese unsichtbare Geste trifft uns selber genauso stark wie andere Menschen. Nur sind Pferde diejenigen, die sich in Unkenntnis von Gepflogenheiten, gesellschaftlichen, trauen, auf diese Geste zu reagieren. Wir spüren das auch bei anderen Menschen, aber wir sprechen niemanden darauf an. Da gibt es eine Barriere, jemanden nicht damit zu konfrontieren. Du fühlst dich so und so an, so was sagen wir in der Regel anderen nicht. Pferde sagen das in ihrem Verhalten.

Und das heißt, wir haben hier einen sehr ehrlichen, sehr, sehr kompetenten Partner, der uns nicht nur spiegelt, sondern der uns auch dazu trainiert, an dieser Körperhaltung zu arbeiten, bis das Pferd sagt, so, mit dieser Körperhaltung verstehe ich dich, ich respektiere dich, ich vertraue dir und ich finde dich enorm faszinierend. Sag an, was machen wir zusammen? Geh los und führ! Dahin wollen wir kommen.

Jana Schlosser: Auch das ist gerade ein sehr schönes Schlusswort.

Liebe Elma, das war mir ein ganz großes Vergnügen. Ich habe jetzt gerade viel Input, über das ich auch noch mal bisschen nachdenken werde und fand, dass wir uns hier gut unterhalten haben, über die Präsenz und über das, was sie eigentlich ausmacht. Ganz zum Schluss, in einem Satz. Was findest du an deiner Arbeit schön?

Elma Esrig: Dass Menschen geistig, körperlich und sprachlich mehr werden, als sie schon sind, was sie aber nur tun können, weil sie es schon sind. Dieses Mehr.

Jana Schlosser: Ich danke dir für das ganze Gespräch und auch für diesen letzten Schlusssatz.

Liebe Elma, es war mir ein Vergnügen.

Elma Esrig: Jana, ich danke dir von Herzen.